DIE GRUNDLAGEN DER HOMÖOPATHIE

 

Die Homöopathie beruht auf 3 Grundprinzipien:

 

DAS ÄHNLICHKEITSPRINZIP

 

„Similia similibus curentur“ (Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden)  - das ist die Grundlage der Homöopathie. Nach Hahnemann kann jede Substanz, die in der Lage ist, bei einem Gesunden bestimmte Befindensveränderungen hervorzurufen, ähnliche Symptome bei einem Kranken heilen. Dem Patienten wird in einer sehr feinen Dosierung (Potenzierung) ein Arzneimittel verabreicht, das seinen krankhaft veränderten Zustand widerspiegelt. Seine Lebens- und Selbstheilungskräfte werden laut Hahnemann durch diesen geringen, aber hoch spezifischen Reiz veranlasst, etwas zu tun, was sie vorher nicht taten.

 

Ein Beispiel: wenn Sie an kalten Füßen leiden und diese in Eiswasser tauchen, so werden sie zuerst kalt. Das ist die Erstwirkung. Wenn Sie nun die Füße aus dem Eiswasser nehmen, bleiben sie nicht kalt, sondern erwärmen sich sogar über die Anfangstemperatur hinaus. Das ist die Zweitwirkung und mit dieser arbeitet die Homöopathie. Der ähnliche Reiz (kalte Füße - kaltes Wasser) bewirkt die Erwärmung der Füße, die ja auch gewünscht ist.

 

DiE ARZNEIMITTELPRÜFUNG AM GESUNDEN

 

Die Arzneimittelprüfung am Gesunden stand ganz am Anfang von Hahnemanns homöopathischer Forschung. Zu seiner Zeit war Malaria eine sehr häufig vorkommende Krankheit, gegen die die Ärzte der damaligen Zeit Chinarinde einsetzten. Sie glaubten, dass die Bitterstoffe der Chinarinde die Malaria bekämpften. Hahnemann zweifelte dies aber an, denn viele Pflanzen enthalten Bitterstoffe und nicht alle wirkten gegen Malaria. 1790 hat er also in einem Selbstversuch über mehrere Tage lang als Gesunder Chinarinde eingenommen. Er entwickelte daraufhin tatsächlich viele Symptome der Malaria, die er auch akribisch aufzeichnete. Sobald er aufhörte, die Chinarinde einzunehmen, verschwanden auch die Symptome. Diese Arzneimittelprüfung git als Geburtsstunde der Homöoapthie, auch wenn er nie reproduziert werden konnte. Neugierig geworden, begann Hahnemann weitere Stoffe zu prüfen.

Bei Arzneimittelprüfungen nehmen gesunde, freiwillige Probanden eine homöopathische wirksame Substanz in geringen Dosen ein und beobachten, wie sie darauf reagieren. Sie dokumentieren alle körperlichen, seelischen und geistigen Veränderungen systematisch. So entstehen die homöopathischen „Arzneimittellehren“ (Materia medica) als umfassende Sammlungen der Wirkungsweise homöopathischer Arzneimittel. 

 

DIE POTENZIERUNG

 

Einige homöopathische Arzneimittel, die Hahnemann prüfte, hatten giftige Stoffe als Ausgangsbasis und riefen Vergiftungserscheinungen hervor. Hahnemann verdünnte die Arzneien, wodurch sie aber zu stark an Wirksamkeit verloren. Also begann er zu experimentieren: er konnte beobachten, dass Arzneien, die nicht nur verdünnt, sondern auch in einem bestimmten Verfahren verschüttelt wurden, keine so starken Reaktionen wie die Ursubstanzen hervorriefen und dennoch ungleich wirksamer waren. Dieses Verfahren nannte er "Potenzierung" oder "Dynamisierung". 

Auf Basis der evidenzbasierten Medizin ist die Wirkung eines potenzierten Arzneimittels nicht erklärbar, da ab einer bestimmten Potenz (D23) kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachweisbar ist.

Nach den Erfahrungen der Homöopathie hingegegen nimmt die Kraft der Arznei mit dem Grad der Potenzierung zu. Hochpotenzen können nach Hahnemann sehr tiefgreifend auf den Organismus und die Psyche wirken.

Der Vorgang der Verdünnung und Verschüttelung ist wie der gesamte Herstellungsprozess homöopathischer Arzneimittel im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) geregelt. Diese fertigen Arzneien werden als Potenzen bezeichnet. Dabei kann man ganz grob D- und C-Potenzen unterscheiden, die sich in dem Grad der Verdünnung unterscheiden. D-Potenzen stehen für Dezesimal-Potenzen, was bedeutet, dass der Ausgangsstoff immer im Verhältnis 1:10 verdünnt wird. C-Potenzen hingegen werden im Verhältnis 1:100 verdünnt.